102 – Wahrheiten

Heute hat Nick ein wunderschönes Stichwort gelost. Nämlich „Die großen Wahrheiten“.
Die Frage die sich zuerst stellt ist nämlich die: wem glaubt ihr überhaupt diese vielen Wahrheiten die euch so um den Kopf geworfen werden?
Ich rede hier nicht vom großen Weltpolitischen Gesellschaftlichen Gesamtkonstrukt.
Nur diese 2, 3 Sätze die für euch und euren Charakter in Eisen gegossen bleiben und euch in eurer Realität verankern.

Bei mir gibt es zwei Menschen, denen ich die 2, 3 Sätze meines Lebens, die paar großen Wahrheiten glaube. Mein Vater und mein Opa.
Warum den beiden? Sie sind oder waren beide nicht unbedingt das, was im Gesamtbild so unbedingt als „guter Mensch“ zu bezeichnen wäre.
Das, was sie aber von den obligatorischen Arschlöchern unterscheidet ist, dass sie sich dessen immer bewusst waren.
Lieber glaub ich ihnen, als denen, die von sich selbst glauben gute Menschen zu sein.

Was sind also diese großen Wahrheiten die für mich als Leitsätze gelten?

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Die Erste große Wahrheit:
„Gott schütze uns vor bösen Frauen und Autos die die Russen bauen.“

 

Gut, mit russischen Autos kenn ich mich jetzt nicht mehr so sonderlich gut aus, aber es gibt nichts was einen schneller ins Grab bringt als ne Olle die einem wirklich böses will.
Ich spreche da mittlerweile auch aus Erfahrung.

 

Die Zweite große Wahrheit:
„Kind, du darfst nie Lügen machen. Die müssen alle schon fertig sein.“

 

Gut. Auch kein Satz den man als vorbildlicher Vater zu seinem Kind sagen sollte, aber der hat mir in meinem Leben öfter den Arsch gerettet als jedes geheuchelte „Lügen haben kurze Beine“ meiner Mutter.
Lernt lügen. Lernt eure Welt im Kopf so gut sortiert zu haben, dass ihr selbst dann immer die selbe Version der Wahrheit habt, wenn ihr euch besinnungslos gesoffen habt oder grad am Schlafreden seid. Erstens lernt ihr euch selber kennen. Zweitens schults das Gedächtnis. Drittens kriegt ihr ein Auge für Lügen anderer.
Außerdem bringt euch das automatisch in den Zwang, euer Organisationstalent zu schulen.

 

Die Dritte große Wahrheit:
„Höre alles. Nehm davon die Hälfte ernst und glaub davon noch ein Viertel.“

 
Menschen lügen.
Die meisten nicht mal weil sie unbedingt gern Arschlöcher sein wollen, sondern einfach, weil sich viele halt irgendwann ihre Realität gebaut haben.
Nicht schlimm, nicht verwerflich. Nur Fakt.
 

Die Vierte große Wahrheit:
„Versuch ein guter Kerl zu sein, aber seh zu dass es keiner merkt.“

 
Lass sie nie sehen wie oft du gegen dich selbst kämpfst.
Lass sie nie wissen, dass du versuchst für sie ein besserer Mensch zu sein, als du eigentlich bist.
Sonst werden sie es erwarten.
Menschen, die glauben Dinge erwarten zu dürfen, werden zu Menschen die gehen.
 

Die Fünfte große Wahrheit:
Das letzte Hemd hat keine Taschen, und son Strick kost ja nich die Welt.

 
Kram ist nur Kram. Wenn du Leuten damit helfen kannst, tu es soweit du kannst.
Kontakte können und werden dir den Arsch retten. Wenn du ausversehen mal dem Falschen geholfen hast, hast du nur Kram verloren. Kram ist verzichtbar.
Und egal was du tust. Wenn dus tun willst, tus.
Keine Angst vor freiem Fall.
Wegräumen kannst du dich immer, wenn du nicht mehr mit dir leben kannst.
Scheißerkenntnis, aber eine, die im Zweifelsfall beim einschlafen hilft.
 

Die Sechste große Wahrheit:
„Kind, sei nicht so ungnädig.“

 
Wir neigen zur Ungnade.
Wir fühlen uns überlegen. Meistens sinds wir vielleicht auch.
Aber jeder baut sich seine Welt, und wer sind wir da drin rumzupfuschen.
Wenn du zehn mal am Tag „erbärmlich“ denkst, versuchs, nur einmal die Woche auszusprechen.
 

Die Siebte große Wahrheit:
„Das Universum macht keine Geschenke. Es lässt sich nur Zeit mit den Rechnungen.“

 
Das heißt nicht, dass du das, was du für ein Geschenk hältst, ablehnen sollst.
Wenn dir 10 Minuten Glück ins Leben fallen, sei kein Idiot und verbiet sie dir.
Nur denk dran dass du im zweifelsfall 10, 20 Jahre später dafür bezahlen wirst.
Aber siehe Regel Fünf.
Der letzte Strick ist ja nicht teuer.
 

Die Achte große Wahrheit:
„Entschuldige dich nicht.“

 
Entweder, du verkneifst dir Scheiße zu bauen, oder eben nicht.
Wenn du was tust, sei dir bewusst warum, und dann machs, wenn du noch willst.
Entschuldigen bringt nen Scheißdreck.
Entweder, man verzeiht dir eh, dann ists die Luft für die Worte nicht Wert.
Wenn du bewusst Dinge getan hast, warst das Du. Entweder man kann damit leben, oder nicht. Worte ändern nichts an dir.
Wer mit dir nicht umgehen kann, ist verzichtbar.
Lieber allein als verbogen.
 

Die Neunte große Wahrheit:
„Man bekommt was man will. Immer.“

 
Du musst nur wissen, wieviel du bereit bist, dafür zu opfern.
Wenn dir das Opfer zu groß wird, willst du nicht mehr genug und solltest es abhaken.
Wenn nicht, hol dir was du glaubst, was dir zusteht. Zu jedem Preis.
 

Die Zehnte große Wahrheit:
„Geh bevor du weggejagt wirst.“

 

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Ich sage nicht dass ich es jemals oder immer Schaffe mich nach diesen Regeln zu richten, danach zu leben.
Nichtsdestotrotz halte ich sie für die wahr und unveränderlich.
Richtwerte. Für mich, nicht für jeden.
Dinge, die in Eisen stehen.
Auch wenn die Realität rundrum grade mal wieder bröckelt.
Das ist, was ich bin, das ist woran ich glaube.
 

An was glaubt ihr?

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3 Antworten zu “102 – Wahrheiten

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