99 – Düfte

Düfte, wurde diesesmal aus dem Ideenkasten gelost.
Also versuch ich mal mir klar zu werden, was Düfte so für mich sind.

Ich glaube, für jeden mit funktionierender Sinneswahrnehmung sind Düfte vorallem in irgendeiner Form an Erinnerungen gebunden und können diese wieder wachrufen.
Bei mir sind das vorallem so Dinge wie
Maschinenöl, Benzin.Bier. Zigarettenrauch.
Kellergeruch. Holzstaub.
Omas Tomatensoße.
Zigarren an Weihnachten, Räucherkerzeln.
Aber auch Krankenhäuser.

Dann gibt es noch Gerüche die man halt irgendwie mit Menschen verbindet.
Ich weiß zum Beispiel irgendwie kaum noch was aus der Zeit mit meinem Ex, wo wir waren, was so alles passiert ist. Aber ich erkenn sein Parfum und sein Rasierwasser immernoch wenn ichs woanders rieche.
Es gibt jedenfalls nichts tolleres als einen viel zu großen Hoodie der noch nach $Herzmensch riecht – und wenns auch nur noch eingebildet ist.

Das ist alles ziemlich toll und so, unangenehm oder traurig wird es erst, wenn man entweder Erinnerung xy vergessen wollen würde, oder man plötzlich nach Monaten glaubt, dass das eigene Bett nach jemandem riecht, der seit Wochen nicht mehr da war.

Es geht natürlich auch richtig unangenehm.
Ich etrage zum Beispiel ums Verrecken nicht den Geruch von Dosenthunfisch.
Essig kann ich auch nur noch mit Überwindung riechen, nachdem man mal eine APfelessigkur an mir versuchte.
Auch bestimmte Menschen können unangenehm riechen, und damit meine ich nicht nur das obligatorische ungepflegte Pack in Bus, Zug und Straßenbahn.
Sondern vorallem Menschen die nichts dafür können, wo Medikamente oder Krankheiten dafür sorgen dass irgendwas am chemischen Gleichgewicht nicht mehr funktioniert.
Das zu ignorieren fällt mir bisweilen außerordentlich schwer.

Aber natürlich hat der ganze Kram ja auch einen Sinn.
Kälte riechen, kommenden Schnee. Regennassen Asphalt.
Rauch. Feuer.
Dinge, die Sicherheit suggerieren, oder eben den eh schon vorhandenen Fluchtreflex ins unerträgliche steigern.

Ein richtig cooles Feature ist es aber meistens, wenn man einen leichten Hang zur Synästhesie hat, wie ich.
Das gibt vielem ne ganz neue Dimension.

So kann ich zum Beispiel teilweise assoziieren, wie eine bestimmte Farbe „riecht“ – Selbiges geht auch prima bei Musik.
Kennt ihr das, wenn ein Lied z.B. so sehr ein inneres Kältegefühl auslöst, dass ihr den Eisgeruch riechen könnt?
So in etwa hab ich das ziemlich oft.
Solangs nicht überhand gewinnt, ist das ne hübsche Sache. Versuchts mal, vielleicht zieht euch auch das wieder euren Horizont etwas breiter.

Ansonsten. Versucht Dinge bewusst wahrzunehmen. Macht glücklich.
Und versucht, Rücksicht auf andere Wahrnehmungen zu nehmen.
Denn das macht andere glücklich.

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