08 – Loslassen

(Böhse Onkelz – Zuviel)

 

Loslassen.
Bis vor ungefähr 10 Minuten wäre dieser Blogeintrag hier sehr kurz geworden.
Er hätte ungefähr gelautet:

 

Zwischen Loslassen und Verlieren verläuft eine dünne Linie, und die heißt Ego.
Wer loslässt ist ein Arschloch. Immer.
Scheißt auf euer Ego und haltet fest, auch wenns euch den Hals kostet.
Wer loslässt ist zu schwach, zu feige oder zu faul.

Wenn ihr es nicht halten könnt und wollt, egal zu welchem Preis, lasst es von Anfang an nicht nah genug an euch ran. Ganz einfach.

Einsehen dass ihr schon verloren habt ist was anderes. Dinge passieren.
Manche Dinge kann man nicht retten.
Mancher kann zusehen wie ein anderer untergeht, der andere nicht.
Aber geht nicht bevor ihr nichts mehr retten könnt.

 

Damit wäre eigentlich alles gesagt gewesen.
Auf der zwischenmenschlichen Ebene ist das auch alles was es dazu zu sagen gibt.
Heute Morgen fiel mir dann aber ein, dass es noch eine Ebene gibt, auf der genau das Gegenteil gilt. Nämlich wenns um euch selbst geht.
Was soll das heißen?

 

Mein Name ist Dela und ich mag den großen bösen Wolf.
Mein Name ist Dela, und ich mag den gebrochenen Mann.
Setz mich in einen Raum mit 100 Menschen und ich finde dir nach 10 Minuten beide.

Menschen, die sich unter Kontrolle haben machen mir Angst.
Menschen, die sich unter Kontrolle haben, können lügen.
Oder noch schlimmer. Menschen, die sich unter Kontrolle haben können sie verlieren.

 

Die Kontrolle verlieren endet böse. Immer.
Die Kontrolle loslassen allerdings, egal in welches Extrem, kann aus ner Zeitbombe wieder einen Menschen machen.

 

Ihr seid der große Böse Wolf und gebt den braven Köter? Legitim.
Es geht nur schief, wenn ihr nie loslasst. Wenn ihr euch einredet, auch wirklich nur Köter zu sein.
Denn irgendwann hakts aus, und dann kommt alles zurück. Und dann hört ihr nicht mehr auf.

Ihr habt in eurem Leben mehr Dreck gefressen als irgendein Mensch ertragen können sollte?
Ihr steht, weil ihr stehen müsst? Weil außer dem Bild vom harten Mann von euch nichts mehr übrig ist?
Auch hier: Legitim. Aber wenn ihr nie loslasst holts euch ein.
Irgendwann verliert ihr die Kontrolle, und dann so, dass ihr nicht mehr hochkommt.
 
 

Ich weiß wie schwer es ist, mit dem zu leben was man ist.
Dass es manchmal an Unmöglichkeit grenzt auch nur anzuerkennen was man wirklich ist, wenn man doch so wunderbar das spielen kann, was man gerne wäre.
Aber es rächt sich. Immer.

 

Findet jemanden der sieht, was ihr seid.
Nicht das, was ihr gerne wärt.
Jemanden, der es besser erträgt als ihr selbst.

Und dann lasst los.
Vorsichtig, in kleinen Brocken.
So viel und so oft ihr wollt. Soviel und so oft ihr zulassen könnt.
Aber tut es.
Sonst kommt irgendwann der Rotfilter oder ein Loch aus dem ihr nicht mehr hochkommt.

 

Es wär schade um euch.
Um das was ihr seid.
Nicht um das, was ihr gern wärt.

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