Über Sozialleben

Dieser Blogeintrag ist eine Kapitulation und ein Armutszeugnis, aber auch eine dringend nötige Rechtfertigung.

Zunächst: Freunde, glaubt mir, ich hab euch fürchterlich gern und bin unglaublich froh euch zu kennen. Ich verbringe wahnsinnig gerne echte und virtuelle Zeit mit euch.

Trotzdem muss ich an dieser Stelle kurz für alle ausrufen, dass ich vorläufig erstmal nicht persönlich erreichbar bin. Ich mach das hier, weil ich mit unglaublich vielen von euch nochmal was trinken wollte und mir langsam dumm vorkomme, jedem einzeln abzusagen.

 

Deshalb zur Erklärung. Ich hab momentan (as in, seit nem halben Jahr) wiedermal nen heftigen Skolioseschub. So heftig, dass ich mittlerweile nicht nur die üblichen Rückenschmerzen, sondern vorallem auch Organische Veränderungen merk.

Das ist scheiße, nervig, schmerzhaft und vorallem relativ verstörend und irritierend für mich.

Dazu kommt, dass durch diesen Mist wieder eine Schonhaltung entsteht, die wiederrum andere Dinge auslöst. Gelenkprobleme und Sehnen etc.

Von den Auswirkungen auf meine Laune brauchen wir glaub ich nicht zu reden.

Insgesamt führt das also dazu, dass ich momentan von 7 Tagen in der Woche maximal 2 so schmerzfrei bin, dass ich mich selber halbwegs ertragen kann.

Soll heißen: ich kann gerade meine eigene Gesellschaft nicht ertragen, geschweigedenn eure.

Das hat nichts mit euch zu tun und ich weiß auch nicht wanns besser wird.

Ich weiß aber DASS es irgendwann wieder besser wird und dass ich mich dann bei euch melde. Ich will nur momentan nicht jedesmal wieder absagen müssen.

Seid nicht böse. Alles wird wieder heile. Alles eine Frage der Geduld. Ich hab euch lieb.

 

180 – Was man über mich sagt

Menschen sagen Dinge über mich- schöne Dinge, unschöne Dinge und alles zwischendrin. Selbstverständlich differenziert das extrem nachdem, wen man fragt.

 
Menschen, die mit mir aufgewachsen sind nennen mich (zu) hart und ungnädig. Aber auch tapfer, zäh und vorallem stur.
Einige bezeichneten mich schon als verbittert.
Früher wurde ich altklug genannt, das hat man sich aber ziemlich schnell abgewöhnt als meine Prognosen mehrheitlich eintraten.
 
Menschen, die mit mir arbeiten müssen, fluchen über meinen Perfektionismus und bewundern oder hauen mich abwechselnd für meinen Drang, die Regie zu übernehmen und Dinge nach Parametern zu strukturieren und zu planen.
Man hat mich noch nie pedantisch genannt, aber ich bin mir ziemlich sicher man war gelegentlich schon kurz davor.
Einige Menschen bezeichnen mich als klug, flexibel, lernfähig und breitgefächert interessiert.
Menschen die eine wichtige Rolle in meinem Leben einnehmen halten mich für (zu) anspruchsvoll – an mich selbst und an sie.
 
Ansonsten werd ich aber wohl als relativ zärtlich, loyal und unkompliziert wahrgenommen.
Andererseits wird mir sehr oft gesagt ich schalte ohne Vorwarnung „um“ ohne es selbst zu merken.
Ich neige nach Aussage einiger bei (Über)Reizung zu Arroganz und sehr demonstrierter passiv-aggressiver Ruhe, Überlegenheit und Selbsterhöhung.
Angeblich merkt man vorallem meinem Sprachbild (Lautstärke, Dialekt, Wortwahl) sehr deutlich an, wie viel Distanz ich zwischen mich und den Gesprächspartner bringen will.

 

Dann gibt es noch das Universum Twitter. Und weil ich mit diesen Menschen einen riesigen Teil meiner Zeit verbringe, und dort auch so ziemlich genau ich bin, sehe ich das auch als ganz repräsentativen Querschnitt meiner Person an. Generell lässt sich das in ein paar große Untergruppen unterteilen:

 

1. Man hält mich für eine Konstante. Für fürsorglich, einfühlsam und irritierenderweise größtenteils für nen ganz okayen Menschen.
 

Jeder braucht eine Konstante in seinem Leben. die Dela is unsre=)

— Herr G. (@capor_) 27. März 2015

 

Macht die Dela nicht kaputt. Die Dela macht so viel für euch.“

— Nick Lange (@Nick_Lange_) 12. April 2015

 

Ich mag Dela. Dela ist ne Gute!

— Lima (@llbyz) 20. Juni 2015

 

Mama Dela

— Michael Kupfer (@Sonnenhexer) 23. August 2014

 

Will meinen, Dela ist anders geworden. Zutraulicher? ;D

— Nick Lange (@Nick_Lange_) 07. Oktober 2014

 

Die Dela will das nicht hören, aber tief im Herzen drin, da ist sie verdammt romantisch.

— Pac-Woman (@ND_) 26. Oktober 2014

 

„Dela.❤ Du bist toll, weißt du das?“

— Tasha (@Herzschlaege) 21. Juni 2015

 
2. Ich gelte als massiv verfressen, Schmerzmitteljunkie und leicht glücklich zu machen.
 

„FRESSMASCHINE <3“

— Tommy Lee Rotten (@rottenrockstar) 24. Mai 2015

 

„Butternudeln. Mit Grüßen an die Dela. <3“

— MF Boom (@deathmessiah_) 25. Dezember 2014

 

Dela erstaunt mich immer wieder. Wie kann ein so kleiner Mensch nur so viel essen.

— ¯\_(ツ)_/¯ (@phiI94_) 21. Juni 2015

 

…das kleine Mensch hat tatsächlich 9 (Neun!) von 10 Mozzadingsis verputzt! Es ist glaube ich nicht von dieser Welt… ,)

— Lasse Gutsein (@thx4nix) 29. Mai 2015

 

Ich brauche mal Dela und ihr Schmerzmittsortiment, glaube ich.

— Krümelmonster (@fraeuleinwusel) 16. Mai 2014

 

„Dela hat auch was Leuchtendes. Wie jeder, der sich einfach so ansteckend freuen kann.“

— Amateurtrueffi (@larifariabel) 06. November 2014

 
3. Man attestiert mir ein großes Ego und vorallem eine gesunde Libido bis hin zum zweifelhaften Männergeschmack.


 

„Dela gehört auch zu den Menschen, wo du nicht weißt, ob du den Kopf schütteln oder lachen sollst, oder beides und dich dann verrenkst.“

— UnverNunftswesen (@Unfnug) 25. Juni 2015

 

„Die Dela, die ist eigentlich 3 m groß, die facepalmt sich nur regelmäßig in den Boden.“

— Nick Lange (@Nick_Lange_ ) 29. Oktober 2014

 

„Mami Mami, die Dela is schon wieder obszön!“

— Vinny (@toxicacd) 06. August 2014

 

„Dela und die (not)geilen Kerle. Demnächst in Ihrer Timeline.“

— Vinny (@toxicacd) 28.April 2015

 

„Dela hat auch was Leuchtendes. Wie jeder, der sich einfach so ansteckend freuen kann.“

— Amateurtrueffi (@larifariabel) 06. November 2014

 

„Dela ist so ziemlich die geilste und heißeste in der TL die ihr finden könnte :D“

— Prof. Dr. Albstein (@Chris_Wettstein) 08. Juni 2015

 

„Auch toll an einem Dela in der TL ist der nie endende Vorrat an und das immerwährende Auftauchen von Zweideutigkeiten.“

— UnverNunftswesen (@Unfnug) 12. April 2015

 

4. Gelegentlich stellt man belustigt fest, dass ich mich sehr extrem aufregen kann und auch ansonsten leichte Tendenzen zum Destruktivismus, Sadismus und Psycho Dasein zeige:
 

„Dela, warum so delastruktiv?“

— Nick Lange (@Nick_Lange_) 13. Oktober 2014

 

„*vor und zurück schaukel* So richtig viel Blut, Tod, Hass und Verderben, Tante Dela?“

— Sprumpel (@Florian666) 01. Dezember 2014

 

„Dela? Warum hast du Blut an den Händen?“

— Vero (@Verosatre) 11. November 2014

 

„Ich sag ja, vor Dela muss man Angst haben. ^^ „

— Carsten (@Carsten_Weed) 27. März 2015

 

„Schlagzeilen, bei denen man sofort an Dela denkt: Betrunkener Rollstuhlfahrer sprüht Pfefferspray!“

— Lima (@llbyz) 04. April 2015

 

„Die Dela will sich hier Leute scheibchenweise nachbauen /o\“

— ToRo (@PiratToRo) 23. April 2015

 

„Lieste nen Messertweet, denkste an Dela. So will es das Twittergesetz.“

— Handkäs-Hendrik (@zweitzehtee) 11. April 2015

 

„Dela veranstaltet ein Blutbbad. Alles wie immer.“

— UnverNunftswesen (@Unfnug) 20. Mai 2015

 

„Auf einer Skala von 1 bis Dela ärgern: Wie suizidal sind Sie?“

— Frau Nebel (@Nebelya) 11. Mai 2015

 

„Dela, das ist in den meisten Ländern illegal. Dela, das Blut geht nicht mehr raus. Dela, jetzt ist wieder alles voller Gedärme.“

— Sprumpel (@Florian666) 28. Mai 2015

 
5. Ansonsten hält man mich gelegentlich für schockierend, was sich dann meistens so äußert:
 
DELA
 
Generell glaube ich hat die Außenwelt ein Bild von mir, welches ich als ziemlich deckungsgleich zu meinem empfinde.
Allerdings glaube ich, meine Mitmenschen halten gelegentlich sehr viel mehr von mir als ich von mir selbst.

Vorallem würde ich spontan wetten, die Männer in meinem Leben würden im nachhinein besser von mir reden als die Frauen.
Allgemein könnte ich aber nicht behaupten es wäre mir egal, was andere über mich sagen oder denken. Ich glaube, dass die Leute die mich kennen, auch einen ganz guten Überblick über meine Person haben. Umso mehr freue ich mich wenn die mich irgendwie n bisschen lieb haben, und umso mehr versuch ich Dinge einzusehen, wenn ich gedotzt werde.

Bei Menschen, die ich generell nicht ernst nehme, ist mir auch ihre Meinung scheißegal. Ansonsten bin ich immer ganz glücklich über diese direkte Reflektion, halte sie aber nicht für besorgniserregend, solang sie nicht allzuweit von meinem Selbstbild abweicht.

93 – Menschliche Inkompatibilität

Ich halte mich ganz generell für einen halbwegs sozialintegrativen Menschen.
Man kann mich in eine Gruppe Leute werfen und fast immer davon ausgehen, dass ich da zwei drei Verbindungspunkte finde, wenn ich das will.
Ich bin nicht schüchtern und nicht still und wenn ich das möchte betrete ich einen Raum und er ist voll. Mein Ego ist größer als mein Erscheinungsbild, und es gab schon Menschen die mich als Naturbekokst bezeichneten.

Trotzdem habe ich bisweilen extreme menschliche Inkompatibilitäten.

Ich helfe gern und wo ich kann- allerdings bin ich, wenn ich dabei an Grenzen meines Erfahrungshorizonts stoße, meistens komplett überfordert.
Wenn ich keinen Rat geben kann will ich nicht von Dingen faseln von denen ich keine Ahnung habe, und vielleicht Situationen verschlimmern. Also ziehe ich mich zurück.
Das wird bisweilen als Ablehnung verstanden, ist aber mehr ein Mechanismus zur Vermeidung größerer Schäden bei allen Beteiligten.

Ich hasse Lautstärke oder gleichzeitige Schallquellen die ich nur schwer orten / auseinanderhalten kann.
Am schlimmsten sind Menschen mit einer hohen Gesprächslautstärke, egal ob als Grundlevel oder als Ausdruck von Aggression.
Wer laut mit mir redet erntet immer häufiger nichts als Belustigung und Verkapselung, ein schiefes Grinsen und eine passiv aggressiv gerauchte Zigarette.

Ich weiß dass ich gelegentlich auch ein sehr lautes Grundlevel habe. Erstaunlicherweise kommt das aber vorallem vor, nachdem ich wieder ein paar Tage bei Familie / unter Menschen war.
Laberndes Kind, streitende zugehörige Eltern, quietschendes klapperndes Spielzeug und nebenbei ein plärrender Fernseher, unterlegt mit Staubsaugergeräusch oder ähnliche Situationen versetzen mich in einen Alarmzustand, von dem ich teilweise Stunden nicht runterkomme.
Das macht Familiengeburtstage für mich gelegentlich mehr zur Tortur als der eigentliche Inhalt der Gespräche an sich (als wäre der nicht bitter genug).

Ich rede gern und durchschnittlich viel, wenns aber um Dinge geht die mir wichtig, aber kritischen Inhalts sind, hasse ich reden.
Ich streite mich nicht verbal, ich werde mich im Streit nur verbal äußern wenn mir eine Sicherung fliegt. Ich lasse mich anschreien und ich grinse. Gegengedanken human äußern fällt mir unglaublich schwer, weshalb ich das fast immer auf irgendeine schriftliche Ebene verlege.
Da kann ich Worte wählen, und vorallem lässt man mich ausreden ohne dass ich selbst laut werden muss um mich durchzusetzen.

Leider verschiebt das sehr oft den Zeitpunkt der Eskalation nur.
Das ist ne Scheiß Angewohnheit von mir, und sie führt entsprechend oft zu Befremdung beim Gegenüber.

Keine meiner menschlichen Inkompatibilitäten ist wirklich schlimm – vorhanden sind sie trotzdem.

5 – Dumme Ideen

Dieses beschissene Exilleben ist ne saudumme Idee.

Jedesmal und jedesmal wieder.

Du gehst und du gehst und du gehst und redest dir ein wenn du wieder heimkommst siehst du wieder Boden.

Und du kommst Heim und da ist nichts mehr was du hast, was irgendwie zu dir gehört.

Familie entweder gestorben oder du stehst wieder zwischen den selben Fronten wie immer.

Die Freunde die du hast sind da, egal wo du dich rumtreibst. Und für den restlichen kollegialen Haufen bist du ein Fremdkörper.

Also weg, irgendwohin, ein paar Wochen. Da wo einer dich wenigstens ein bisschen lieb hat. Und irritiert grinst weil du dich bei jedem krummen Wort weggejagt fühlst.

Aber auch da gehörst du nicht hin, also sitzt du nach paar Wochen wieder im Zug und heulst, weil Zuhause wieder nur Nichts, böse Briefe, ein Bierkasten und Rauhfasertapete auf dich wartet.

Irgendwas sollte ich mir abgewöhnen. Das weggehen oder das heimkommen.

19 Zwischenmenschliches

Und wiedermal hat der @blogideekasten ein Stichwort geworfen, und diesmal ist es Nummer 19: Zwischenmenschliches in einer schnelllebigen Welt.

Zunächst muss ich aber anmerken dass ich in der priviligierten Situation bin, einen mehr oder weniger zwangsweise entschleunigten Alltag zu haben. Ich bin, zumindest momentan, nicht an Arbeitszeiten und nur selten an Termine gebunden. Mein Körper macht mir bisweilen auch recht effektiv klar, wenn ich langfristig wider besseren Wissens versuche nach fremden Uhren zu ticken. Ich kann mir also Zeit für Dinge nehmen und ich nehme mir sie auch. Ich weiß dass diesen Luxus nicht jeder hat, und dass meine Perspektive deshalb wohl nur eine sehr begrenzte Gültigkeit haben kann.

 

Ich bin kein großer Menschenfreund. Wochenends groß Party machen, draußen rumhüpfen und tausend neue oberflächliche dämliche Kontakte knüpfen ist mir zutiefst zuwider.

Trotzdem (oder grade deshalb) ist es mir enorm wichtig den Menschen, denen ich einen Platz in meinem Leben einräume, auch genug meiner Zeit freizuräumen.

Mein Telefon ist nie aus, und sofern ich nicht völlig komatös schlafe höre ich es auch und bin auf Abruf wenn irgendjemand irgendwas braucht. Jeder meiner Herzmenschen weiß, dass hier für ihn immer was zu essen, ein Kasten Bier und ein Bett stehen wird, im Ernstfall auch egal für wie lang. Das ist ein Anspruch den ich an mich habe, und ich denke bis jetzt wurde ich ihm immer einigermaßen gerecht.

 

Der zweite Punkt der bei dem Thema mitschwingt, ist wohl auch wie man Schnelllebigkeit und Flüchtigkeit empfindet.

Für viele hier sind zum Beispiel Onlinekontakte Dinge, die nie die Tiefe und Dauerhaftigkeit von „Offlinemenschen“ erreichen. Bei mir ist das nicht so. Ich kenne die meisten meiner Freunde und Bekanntschaften durch Internetkanäle, und einige davon wurden Freundschaften ohne die mein Leben eeeecht ein großes Stück beschissener wäre.

Erst heute habe ich wieder festgestellt wie unglaublich viel besser (im Vergleich mit jahrelangen RL-only-Bekanntschaften) zum Beispiel Twittermenschen wissen, womit man mich glücklich macht. So schenken mir zum Beispiel Teile meines RL-Only-Umfeldes regelmäßig Snickers, obwohl sie wissen dass ich Nüsse nur in begrenztem Maß vertrage.

Was tun Internetmenschen in Pakete die mich glücklich machen sollen?

Marmeladenkekse. Kinderschokolade. Pringles. Tee. Gummibärchen. Toaster. Schnaps. Wolle. Badekram. Und das nicht durch Zufall, sondern einfach, weil sie (meiner Erfahrung nach) deutlich empfänglicher und achtsamer für Detailfragen sind.

 

Mich nervt Unachtsamkeit für bekannte Bedürfnisse (sofern sie im Einzelfall wirklich bekannt sind). Unglaublich. 

RL Menschen telefonieren mit mir, fragen nach meinen Plänen und haben sie schon im Moment der Mitteilung wieder vergessen – besitzen aber die Frechheit mich dann anzugehen, weil ich mich nach eben getätigter Absprache richte, statt nach ihrer Phantasieinformation. Internetmenschen fragen ob ich gut gelandet bin.

RL Menschen sind teilweise nicht in der Lage, grobe Richtzeiten mitzuteilen oder werfen diese kurzfristig informationslos über den Haufen. Internetmenschen sagen mir wann sie wo gedenken aufzutauchen, und wenn sies nicht schaffen, schreiben sie wenigstens ein kurzes „miep“.

Diese Dinge sind mir wichtig, und ich freue mich jedesmal wieder, mit welcher Präzision das klappt.

Achtsamkeit ist wichtig. Beobachtet, was euren Mitmenschen wichtig ist, und versucht euch in irgendeiner Form drauf einzurichten, sofern es euch möglich ist. Ignoranz ist Scheiße, Unwissenheit dagegen nicht.

Und das ist eigentlich alles was es zu sagen gibt.

Versucht, auch wenn die Welt sich manchmal zu schnell dreht, einen Blick für die anderen zu bewahren.

Lächelt Menschen an. Versucht, Dinge zu tun mit denen ihr andere glücklicher macht. Versucht, anderen nicht lästiger zu sein als ihr müsst.

Das macht die Welt für alle Beteiligten schon zu großen Stücken besser.

 

110 – Was ich noch zu sagen haette

Der Blogideekasten hat wieder gelost.

Diesmal das Stichwort 110 – „Was ich noch zu sagen hätte (bevor hier alles untergeht)“.

Und obwohl ich fast befürchte am Ende immernoch zu viel Galle übrig zu haben, blieb mir für immer folgender Tweet von @silvestah zum Weltuntergang im Gedächtnis.

 

„Falls die Welt tatsächlich untergeht: Ich habe euch alle geliebt. Manche ein bisschen mehr, aber niemanden nicht.<3 Falls nicht: Penis. <3“

(Quelle: @silvestah – 20.12.2012)

 

Und eigentlich gibts mehr auch ernsthaft nicht zu sagen.

60 – Wurzeln

Über Wurzeln soll ich schreiben, sagt der Blogideekasten.
Wurzeln. Hat man sowas? Braucht man sowas?
Oder ist das ein überholtes Konzept, in einer Zeit von ständiger Mobilität und Bewegung?

 ___________

Was tun so Wurzeln eigentlich?
Naja. Das Zeug bindet dich. In erster Linie. Festgemauert in der Erden…
Nee Moment, das ist wieder was anderes.

Deine Wurzeln nähren dich, sorgen dafür dass du den ganzen Kram kriegst den du so brauchst.
Ihr wisst schon. Nom, Bier, Halt im Leben.

Aber vorallem definieren dich deine Wurzeln.
Wenn deine Wurzeln sagen du bist ne Deutsche Eiche, dann kannst du dich noch so drehen und wenden, zur Kartoffel wirst du nicht mehr.

In seinem wunderschönen Kommentar zu meinem „Generation Isolation“ Blogpost beschrieb der @ickemich weite Teile meiner Generation als entwurzelt.
Darüber hab ich lange nachgedacht, und ich glaube, zumindest für mich selbst kann ich widersprechen.

Ich kenne meine Wurzeln, ich bin mir ihrer äußerst bewusst, und vorallem weiß ich, dass sie einen ziemlich starken Einfluss auf mich haben, obwohl ich mich schon lange aus der Heimaterde gelöst hab.
Das fängt damit an, dass ich jedesmal wenn ich bei meiner Oma bin höre, dass ich genauso stur bin wie mein Opa.
Das geht damit weiter, dass ich regelmäßig verständnislos über meine Schwester den Kopf schüttle, die in so ziemlich jeder Hinsicht extrem nach meiner Mutter kommt.
Es geht weiter damit, dass ich die stoische (und zutiefst provokante) Ruhe meines Vaters und die Ungnädigkeit meines Opas in mir trage.

Aber ich weiß auch an welchen Stellen meine Wurzeln schon immer am verrotten waren, ich weiß wo sie Schwäche und Probleme in sich tragen.
Das fängt bei den seit zig Generationen vererbten Allergien an und hört bei der sehr unschönen Tendenz zur ausgeprägten inneren Eskalation auf.
Ich habe ein hohes Aggressionspotenzial, ich weiß von wem es kommt.
Und ich weiß, das einzige was mich aus Schwierigkeiten raushält ist meine mangelnde Physis.
Ich weiß ich darf nicht anfangen zu trinken wenns mir schlecht geht, weil ich sonst nicht mehr aufhöre.
Ich weiß, ich muss mir immer wieder in Erinnerung rufen was ich bin, und warum, damit Dinge in meinem Kopf bleiben und nicht meine Umwelt in Mitleidenschaft ziehen.

 

Ich kenne meine Wurzeln, sie sind stark.

Sie halten mich und sie binden mich, an meine Existenz und auch an meine Grenzen.

Und ich glaube, dass ist gut so.